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Geschichte

Die Wurzeln der Kleingartenidee:

Kleingärten haben eine lange Tradition. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden in Norddeutschland die ersten »Armengärten«. Die Bevölkerung war sprunghaft angewachsen, ohne dass bei der Wirtschaftsleistung ähnliche Zuwächse verzeichnet wurden. Immer mehr Menschen litten Not. Die kleinen Gärten sollten Bedürftigen die Möglichkeit geben, ihren Bedarf an Obst und Gemüse selbst zu decken.

 

Armengärten:

Angelegt wurden Armengärten zunächst von wohlmeinenden Landesherren. So ließ der Landgraf Karl von Hessen-Kassel im heutigen Schleswig-Holstein bereits um 1806 Ackerland in Gärten aufteilen und ür wenig Geld zur Selbstversorgung an Arme verpachten. Bald zogen Kirchen, Fabrikbesitzer und Stadtverwaltungen nach. In Kappeln an der Schlei etwa vergab ein Pastor Schröder 1814 in Parzellen aufgeteiltes Pastoratsland. Gemeinsam mit den Nutzern erstellte er eine Gartenordnung, schrieb den Pachtzins fest und unterstützte die frischgebackenen Gärtner bei der Wahl eines Vorstands. Das Beispiel gilt heute als erste Gründung eines Kleingärtnervereins – auf damals dänischem, heute deutschem Boden. In Berlin richtete der Magistrat erstmals 1833 Armengärten ein. Sie bestanden bis 1897.

 

Arbeitergärten:

Arbeitergärten des Roten Kreuzes Im Kampf gegen die weit verbreitete Tuberkulose belebte das Rote Kreuz nach 1900 die Idee der Armengärten wieder. Den Anstoß gab Alwin Bielefeld, Kommissar des Reichsversicherungsamtes der Deutschen Sozialversicherung, nach einem Besuch der Weltausstellung 1900 in Paris. 1901 entstanden im damals noch eigenständigen Charlottenburg die ersten Arbeitergärten des Roten Kreuzes. Ihr Konzept verknüpft unregelmäßige Restflächen. Die Bahngesellschaften, die 1919 in der »Deutschen Reichsbahn« aufgingen, duldeten zunächst, dass ihre Angestellten und Arbeiter das Land links und rechts der Gleise nutzten. Nach 1910 formalisierte man diese spontane Kleingartennutzung. Die Gärten entlang der Bahn, kurz: »Eisenbahnergärten«, wurden zur betrieblichen Vorsorge- und Sozialeinrichtung. Zunächst nur den eigenen Mitarbeitern zugänglich, öffnete die Bahn später auch Externen den Zugang. Bis heute besteht die Bahn-Landwirtschaft als betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn AG und des Bundeseisenbahnvermögens.

 

Eisenbahnergärten:

Mit der Industrialisierung wuchsen die Verkehrsflächen – gerade in Berlin. Das System aus Kopfbahnhöfen um den Stadtkern nahm riesige Flächen ein. Dabei entstanden zahllose verstreut liegende, kleine und und verpflichteten ihre Einzelpächter, Bier und andere alkoholische Getränke nur hier zu kaufen. So verdienten sie zusätzlich zur Pacht auch an der Schankkonzession. Das lukrative Geschäft barg doppelten Sprengstoff. Ein Bestandsschutz war nicht gegeben und die Pacht konnte so hoch angesetzt werden, wie es der Markt hergab.

 

Arbeitergärten des Roten Kreuzes:

Im Kampf gegen die weit verbreitete Tuberkulose belebte das Rote Kreuz nach 1900 die Idee der Armengärten wieder. Den Anstoß gab Alwin Bielefeld, Kommissar des Reichsversicherungsamtes der Deutschen Sozialversicherung, nach einem Besuch der Weltausstellung 1900 in Paris. 1901 entstanden im damals noch eigenständigen Charlottenburg die ersten Arbeitergärten des Roten Kreuzes. Ihr Konzept verknüpfte unregelmäßige Restflächen. Die Bahngesellschaften, die 1919 in der »Deutschen Reichsbahn« aufgingen, duldeten zunächst, dass ihre Angestellten und Arbeiter das Land links und rechts der Gleise nutzten. Nach 1910 formalisierte man diese spontane Kleingartennutzung. Die Gärten entlang der Bahn, kurz: »Eisenbahnergärten«, wurden zur betrieblichen Vorsorge- und Sozialeinrichtung. Zunächst nur den eigenen Mitarbeitern zugänglich, öffnete die Bahn später auch Externen den Zugang. Bis heute besteht die Bahn-Landwirtschaft als betriebliche Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn AG und des Bundeseisenbahnvermögens.

 

Die Schrebergartenbewegung:

Auf eine zweite Wurzel verweist der vielerorts bis heute übliche Begriff »Schrebergärten«. Der Name geht zurück auf den Leipziger Orthopäden Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808–1861). Der Arzt hatte dazu aufgerufen, Plätze auszuweisen, an denen die kränkelnden Kinder von Fabrikarbeitern in frischer Luft spielen und sich austoben konnten. Drei Jahre nach Schrebers Tod gründete sein Mitstreiter, der Schuldirektor Ernst Hauschild, mit engagierten Eltern in Leipzig einen Verein, den er nach dem verstorbenen Freund benannte. Neben anderen Aktivitäten legte dieser »Schreberverein« eine betreute Spielwiese an. Erst drei Jahre später, 1867, entstanden auf Initiative des pensionierten Lehrers Heinrich Karl Gesell rund um die Spielfläche kleine Gemüse- und Blumenbeete für die Kinder. Deren anfängliche Begeisterung ließ rasch nach, so dass mit der Zeit die Eltern die Gärtchen übernahmen. Sie wurden umzäunt und mit Lauben bebaut. Der »Schrebergarten« war geboren.

 

Kleingärten in Berlin:

In Berlin ist die Verbreitung der Kleingartenidee untrennbar mit den sozialen Problemen der schnell wachsenden Industriemetropole nach 1870 verbunden. Überbelegte Mietskasernen, enge Hinterhöfe und nur wenig Grün prägten das Leben der Arbeiter – ein krasses Gegenbild zur Lebenswelt auf dem Lande, wie sie die meist zugezogenen Arbeiter aus der eigenen Kindheit kannten.

 

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt