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Der Verein

“Alt-Schönow” – eine Kolonie im Wandel der Zeit.

Der Bau der angrenzenden „Telefunkensiedlung” ging einher mit der Gründung dieser Kleingartenkolonie.
Die Siedlung sollte den Mitarbeitern von Telefunken bezahlbaren Wohnraum bieten und die
Kleingärten Obst und Gemüse. Die „kleingärtnerische Nutzung” musste damals noch nicht
angemahnt werden. Rasen, Rosen, Rhododendron und dergleichen waren nicht gefragt.

Kartoffeln, Kohl, Mohrrüben, Gurken, Kürbis, Äpfel, Birnen, Kirschen, Johannis- und Stachelbeeren
wurden selbstverständlich angebaut. Und unter welchen Mühen. Saatgut so einfach aus dem
Gartencenter – gab’s nicht. Besorgen war das Wort. Wasser? Ja, aus der Pumpe in die Gießkanne.
Laube kaufen? Von wegen. „Wer Gott vertraut und Bretter klaut, der hat ‘ne billige Laube!”
Nee, geklaut wurde natürlich nicht, aber – siehe oben – besorgt.

Nägel wurden gerade geklopft und sorgfältig aufbewahrt. Der, der zimmern konnte, half den
Nachbarn. Und dann wurde gemeinsam gefeiert. Waren die Eltern verhindert, hat die
Nachbarin auf die Gören aufgepasst. Das war Gemeinschaft!

Nun – nicht alles war rosig. Der Krieg begann. Die ersten waren ausgebombt und Telefunken
und Siemens haben geholfen. Sie gewährten günstige Darlehen zum Bau von Behelfsheimen:
Ein Zimmer Schlafen und Wohnen, eine Küche. Toilette draußen mit Herz in der Tür.

Das war kostenfreier Dünger für Tomaten u. ä. Strom konnte zur Verfügung gestellt werden.
Anschlussleistung 100 Watt!! Gekocht wurde in den Behelfsheimen mit Holz, das aus dem
nahen Waldgebiet in Kleinmachnow – besorgt – wurde. Eine entbehrungsreiche Zeit – aber
Kinder und Enkel dieser Siedler berichten von einer schönen Kindheit.

Diese endete jäh, als auf der Kolonie Flakstellungen errichtet wurden. Betonreste sind noch heute zu finden.
Der Krieg war endlich vorbei und die Wohnnot noch größer. Aber es gab aus den Ruinen
Steine zum Mauern. Heute noch in manchen Fundamenten – eine Umschreibung für
vorhandene Keller – zu finden. Also Bauen mit sehr dürftigen Mitteln – aber Laubenpieper
können so etwas. Einige dieser Behelfsheime stehen noch heute. Zwar reduziert in der Größe,
aber noch immer voll funktionsfähig.

Es begann nun die Zeit der Anbauten. Die Heime wurden größer dank Schwarzanbauten.
Der damalige Vorsitzende Zimmermann (1946-1952) hatte auch angebaut.
Ab 1953 rückte die Baupolizei allen Siedlern auf den Pelz und verlangte den Abriss und Auszug.
Nur – Wohnraum stand nicht zur Verfügung. Also sprach Zimmermann sogar beim
Bundesbauminister Paul Lücke vor, um eine Änderung und den Verbleib zu erreichen. Das
ganze schlug eine hohe Welle von Bonn nach Berlin, und ein Ortstermin mit den lokalen
Politikgrößen wurde anberaumt. Ergebnis: die damaligen Bewohner erhielten
Dauerwohnrecht.

Das Bundeskleingartengesetz hielt Einzug. Nicht die kleingärtnerische Nutzung war ein Thema,
sondern die Laube. Ohne Strom- und Wasseranschluss. Telefon schon gar nicht.
Und selbstverständlich alles nur in einfachster Ausführung. Das rief bei den gewieften
Laubenpiepern nur ein müdes Lächeln hervor.

Nach dem Anschluss des Grabelandes hatten nun 228 Pächter eine Parzelle. Die Entwicklung
ging weiter. Statt Freileitung für Strom nun Erdkabel für 7,5 KW Einzelanschluss,
Wasserleitungen in guter Dimension. Dies alles damals in Eigenleistung der Pächter – heute
wird schon beim Laubfegen im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit geklagt. Zäune und Wege
wurden zeitgemäß angelegt. Der Grundstückseigentümer – der Bezirk – hatte die nötigen
Finanzmittel. Heute stehen für den gesamten Bezirk Steglitz-Zehlendorf jährlich 5.000,-
zur Verfügung. Die Zeiten ändern sich!